Elternsprechtag

Donnerstag, 23.November 2017 - 17:00 bis 20:00 Uhr

Raumeinteilung für den Elternsprechtag

Begegnungskonzert

Meine Nationalität ist zuerst Mensch, nicht Syrerin, Muslima oder Frau – mit dieser Aussage beendete Chadia ihren Bericht über ihr Leben, ihre Flucht und ihren Neubeginn in Judenburg.

Viele Menschen sind in den letzten Monaten nach Österreich gekommen, um hier eine Bleibe und eine neue Heimat zu finden. Viele von uns fühlen sich von diesen Ereignissen überfordert und sie machen auch Angst. Als UNESCO-Schule ist es uns aber trotz allem ein Anliegen, offen mit anderen Menschen und Kulturen in Beziehung zu treten und uns gegenseitig kennenzulernen, um ein tolerantes Miteinander zu erlernen und einzuüben.

Weitere Berichte: Kleine Zeitung Woche.at

Daher wurde am 31.03.2016 das Konzert der Begegnung an unserer Schule veranstaltet. Begegnung findet auf verschiedenen Ebenen statt – von einem Treffen und Kennenlernen der Lebensumstände des je anderen zu einem Gespräch über momentane Situationen bis hin zur musikalischen und kulinarischen Begegnung. So war auch dieses Konzert ein Ort, an dem diese Vielfältigkeit der Begegnung Platz gefunden hat:

Am Anfang stand die Idee, für Menschen, die durch Krieg und Vertreibung geflüchtet sind, sich nun in unserem Bezirk befinden und darauf warten, ob sie hier Asyl und eine neue Heimat bekommen, ein Konzert zu machen und den Erlös diesen Menschen zugutekommen zu lassen. Nach der Kontaktaufnahme mit einigen Engagierten in der Flüchtlingshilfe wurde aber bald klar, dass mit solch einem Konzert eben noch keine Begegnung stattfindet. Daher wurde aus diesem geplanten Benefizkonzert ein Abend der Begegnung.

Durch den Kontakt zu Monika Fuchs (Hilfsforum Judenburg) konnte das Organisationsteam, gemeinsam mit der Schülervertretung Kontakt zu Asylwerbern herstellen, die sich bereit erklärten, öffentlich und auf Deutsch über ihre Flucht und ihre Erfahrungen bzw. ihr Leben in Judenburg zu berichten. Obwohl sie erst seit ca. 14 Monaten in Österreich sind, konnten der Ägypter Bishoy und der Syrer Abdulrazak und die Syrerin Chadia beim Konzert der Begegnung über ihr Leben, ihre Schwierigkeiten in der neuen Kultur, aber auch ihren festen Willen, Integration zu schaffen, sprechen. Sie beeindruckten mit ihren Deutschkenntnissen und  damit, vor so vielen Menschen öffentlich zu sprechen.

 

 

Musikalisch wurde das Konzert der Begegnung durch unseren Oberstufenchor, unsere Schulbands und syrische Musiker, die in Seckau auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten, gestaltet. Ein Lied steuerten auch Ghazal, Najah, Sara und Fatima bei, die die Volksschule bzw. NMS in Judenburg besuchen. Auf Deutsch sangen sie, mit einer eigenen Textfassung, den beliebten Youtube-Hit: „Ist mir egal“ und führten uns deutlich vor Augen, dass man auf vieles verzichten kann, nicht aber auf einen sicheren Ort zu leben, eine Heimat.

 

Um auch eine kulinarische Begegnung zu ermöglichen, wurde von Nariman ein syrisches Buffet zubereitet. Schon am Mittwoch besuchte die 4. D-Klasse gemeinsam mit ihrem Klassenvorstand Prof. Andrea Rescher die Asylwerber in der Gußstahlwerkstraße, um sich ein Bild von den Lebensbedingungen zu machen und in kleiner Runde mit ihnen in Kontakt zu treten. Eigentlich war es auch geplant, dass die 4. D – Klasse gemeinsam mit Nariman die Köstlichkeiten am Donnerstag zubereitet, leider war das für die Köchin nicht möglich. Trotzdem ein Dank an die 4.D-Klasse und Frau Professor Rescher, dass sie sich dazu bereit erklärt haben und auch so zahlreich am Abend erschienen sind. Ein Dank gebührt auch den vielen Helfern seitens der Lehrer/innen und der Schüler/innen der 7. Klassen, die die Bewirtung übernahmen.

 

Um unsere Essenskultur den Asylwerbern näher zu bringen, wurden am Abend neben den syrischen auch österreichische Spezialitäten angeboten: Linzertorte, Marmorkuchen, Schokokuchen und Schnitzel gab es zu verkosten. Danke an den Hubertushof, der durch seine großzügige Spende der Schnitzel das Fest unterstützte.

 

Schüler/innen der zweiten Klassen bauten gemeinsam mit Prof. Heiden und Prof Steiner Spielzeuge aus Holz und schenkten diese den anwesenden Kindern.

Dieser Abend war für viele Menschen ein besonderer: Die Besucherzahl übertraf die Erwartungen, sowohl Asylwerber als auch Einheimische, Junge und Alte kamen, um in Kontakt zu treten. Durch die vielfältige Möglichkeit der Begegnung wurde ein kleiner Einblick in das je Fremde gegeben und konnten durch Gespräche Vorurteile abgebaut und Verständnis füreinander aufgebaut werden.

 

Natürlich wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich, wenn es nicht ein Organisationsteam gäbe: Danke an die Schülervertreter Thomas Buchsteiner, Verena Knoll und Georg Pickl für die vielen Stunden, die sie zur Vorbereitung und Bewerbung investierten und für die gelungene Moderation am Abend. Danke auch an Prof. Obermaier, Prof. Schriefl und Prof. Steinwidder für die Vorbereitung der Veranstaltung seitens der Schule sowie an Mag. Eva Volkar und Monika Fuchs von der Plattform „Menschen im Murtal“ für die Unterstützung.

 

Eine solch große Veranstaltung lässt sich nicht ohne finanzielle Unterstützung bewerkstelligen: Daher gilt auch ein Dank an den Lions Club Judenburg – Knittelfeld, der durch seine Unterstützung von € 500 das Konzert der Begegnung erst ermöglichte sowie an den Elternverein des BG/BRG Judenburg, der die Veranstaltung mit € 50 subventionierte.

Da sich sehr viele Menschen bereit erklärten, sich für die gute Sache kostenlos einzusetzen, Zeit, Geld und Essen spendeten, ist es uns gelungen, die Spesen der Veranstaltung gering zu halten und so kann ein Großteil des Geldes, zusammen mit den freiwilligen Spenden, die an diesem Tag noch gesammelt wurden, der Plattform „Menschen im Murtal“ übergeben werden.

Stew

 

 

Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Judenburg - 8750 Judenburg - Lindfeldgasse 10 - Tel +43 5 0248 047

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