Weihnachtsbummel

 

Knapp vor Weihnachten - Stress - Weihnachtsgeschenke suchen, kaufen, verpacken -  Lebensmittel für die Festtage einkaufen - Konsumrausch - verstopfte Autobahnen, Einkaufsstraßen - Hektik und Hysterie –

Gibt es Alternativen? Die 4E-Klasse erlebte und „erging“ gemeinsam mit ihrem Klassenvorstand Prof. Rescher und Prof. Steinwidder am vorletzten Schultag dieses Jahres Möglichkeiten alternativen Konsums. Ein vom Verein Südwind Steiermark angebotener „Stadtspaziergang“ öffnete Augen, Ohren und Herzen.
Anliegen der NGO Südwind sind weltweite Bildungsarbeit zu globalen Themen, Engagement für eine nachhaltige globale Entwicklung und die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten.

Lisa Weichsler und Julia Weilharter erwarteten uns in der Nähe des Kunsthauses. Vorab fragten wir uns: Ist Konsum = Glück für uns? Achten wir darauf, was wir kaufen und wie es verpackt ist? Was kann es für unser Konsumverhalten bedeuten, wenn uns bewusst wird, dass eine Plastikflasche erst in 17 Jahren verrottet sein wird? Und: Sind bewusster Konsum, eine nachhaltige Lebensweise in unserer Gesellschaft überhaupt möglich?

Trotz der eisigen Temperaturen erkundeten wir in einem etwa eineinhalbstündigen Spaziergang durch Graz Geschäfte und Plätze, in und an denen nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit gelebt und gehandelt wird

ESSEN Unser erster Weg führte uns zum Samen Köller, einem unscheinbaren Geschäft am Südtirolerplatz. Hier können Samen aussterbender Kulturpflanzen erworben werden – die Praxis zeigt: mangelnde Diversivität fördert Herbizid- und Pestizideinsatz. Beschenkt mit einer Samenpackung Kresse zogen wir zum Lebensmittelgeschäft Gram weiter, einem kleinen Supermarkt, der ohne unnötige Verpackungen auskommt – alles kann grammweise erworben werden. Einige deckten sich gleich mit gesunden Nüssen für den weiteren Spaziergang ein. Im Pane, unserer nächsten Station in der Mariahilferstraße, wird Brot vom Vortag zum halben Preis verkauft. Der Erlös des Projekts geht zur Gänze an die Initiative „Steirer helfen Steirern.“ Nach der Verkostung einiger Brotsorten konnten wir feststellen: Auch nach einem Tag schmeckt das Brot noch wunderbar! Nachdem uns auch ein Foodsharing-Kasten vorgestellt worden war, wandten wir uns dem Thema „Textilproduktion“ zu.

KLEIDUNG Im zweiten Teil unseres Spaziergangs besuchten wir Verkaufsstellen von Jugend am Werk, dem Tagwerk und ein Wollgeschäft. Wieviel Kleidung wir jährlich einkaufen und wegwerfen, welch unglaubliche Mengen Wasser benötigt werden, um eine Jean herzustellen (11.000 Liter!), und aus welchen Rohmaterialen Kleidung entstehen kann, waren unsere Themen. Wir erfuhren, was Upcycling bedeutet: Aus Abfallprodukten werden neue Waren hergestellt, so etwa einzigartige, „upgecycelte“ Taschen aus LKW-Planen und Lederresten.

Beeindruckt von den Eindrücken dieses etwas anderen Spaziergangs erkundeten wir noch kurz die Innenstadt von Graz und machten uns mit vielen neuen Eindrücken wieder auf den Heimweg nach Judenburg.

Dieser Ausflug, der auch unter dem Jahresthema der UNESCO-Schulen „Bildung für Mensch und Erde - eine nachhaltige Zukunft für alle schaffen“ stand, zeigte uns, dass es möglich ist, nachhaltig zu leben, nicht nur bei uns am Land, sondern auch in der Stadt Graz. Der Tag wird uns eindrucksvoll in Erinnerung bleiben. An einem kalten Wintertag plagt nicht so sehr der Durst, aber wer nach Graz kommt, sollte seine Augen offenhalten – auf unserem Weg entdeckten wir einige Geschäfte, die anbieten, Wasserflaschen kostenlos mit Wasser zu befüllen. 

Andrea Rescher und Ulla Steinwidder 

 

Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Judenburg - 8750 Judenburg - Lindfeldgasse 10 - Tel +43 5 0248 047

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