Prof. Mag. Maria Glinitzer

Le meilleur de tous les biens, c'est la retraite tranquille et paisible chez soi, loin de tous. (Henri-Frédéric Amiel, 1821-1881)

Chère Maria! Das System Schule befindet sich in einem ständigen Spannungsfeld, in dem es wichtig ist, als Lehrperson Charakter und Persönlichkeit zu zeigen! Erfolgreiches pädagogisches Wirken und menschliches Handeln zählen als zwei wesentliche Faktoren nicht zu den „sichtbaren“ Ergebnissen unseres Berufstandes, umso schwieriger ist es also, Spuren zu hinterlassen. Deine Arbeit ist sichtbar und so soll der Text dir, die du eine so lange Zeit unserer Schule verbunden warst, gerecht werden und gleichzeitig auch eine persönliche Note enthalten.

Nach deiner Reifeprüfung, die du im Jahr 1974 in Graz abgelegt hast, hast du dich für das Studium der Unterrichtsfächer Französisch und Musikerziehung an der Karl-Franzens-Universität Graz entschieden. Im Jahr 1981 hast du die Lehramtsprüfung abgelegt und noch im selben Jahr bist du im September in den Schuldienst am BG/BRG Judenburg eingetreten. Damals zwar noch im Rahmen des Probejahres, doch bliebst du seitdem unserer Schule bis zu deinem Ruhestand verbunden.

In deinem letzten Dienstjahr warst du, um einen sanften Übergang zu gewährleisten, bereits auf Sabbatical, doch bis dahin wurden unzählige Schülerinnen und Schüler von dir zur Matura geführt. Die außergewöhnlich hohe Anzahl an Maturantinnen und Maturanten, die bei dir in Französisch angetreten sind, spricht eindeutig für dein pädagogisches und didaktisches Können! Die Art und Weise wie du deinen Schülerinnen und Schülern begegnet bist, war von Herzlichkeit und Respekt geprägt. Du hast es geschafft, deine Klassen zu Höchstleistungen zu motivieren!

Besonders deinen Französisch-Unterricht hast du ganz der Kommunikation verschrieben und so war un peu de bavardage ein fester Bestandteil. Deine Verbundenheit zu Frankreich hast du auch in der Schule gelebt und zahlreiche Anekdoten erzählt, womit du der im Unterricht abstrakt anmutenden Vermittlung der französischen Kultur auf beeindruckende Art und Weise Leben eingehaucht hast. Frankreich wurde für deine Schülerinnen und Schüler lebendig, weil du es verstanden hast, den Funken der Begeisterung überspringen zu lassen. Das Beste war für deine Schützlinge gerade gut genug und so warst du stets bemüht ein Zusatzangebot bereitzustellen,  das von der gezielten Vorbereitung auf die DELF-Prüfungen bis hin zur Organisation zusätzlicher Austauschprogramme reichte. Ich durfte dich, chére Maria, in verschiedenen Rollen kennenlernen: als Lehrerin, als Mentorin und als Kollegin. Als Lehrerin hattest du einen maßgeblichen Anteil, dass ich mich nach der Matura selbst für das Französisch-Studium entschieden habe; als Mentorin hast du mich in meinen ersten Momenten vor der Klasse begleitet und mir geholfen, den Perspektivenwechsel zu vollziehen; als Kollegin hast du mir geholfen den Berufseinstieg zu meistern und mich in der Schule zurechtzufinden. Deine Ratschläge und deine Expertise werden fehlen, ebenso wie unsere Gespräche und das erheiternde Fachsimpeln mit dir.

Die Fachgruppe Französisch wünscht dir, liebe Maria, einen wunderbaren Ruhestand, den du, soweit wir wissen, sicherlich genießen wirst — egal ob in der Steiermark oder eben an der Côte d'Azur, die nicht zuletzt aufgrund deines dich dort erwartenden Enkelkinds zu deiner zweiten Heimat geworden ist. Wir hoffen, dass du selbst in Nizza manchmal an unsere Schule denkst und dem BG/BRG Judenburg weiterhin verbunden bleibst. Das Adieu ist ja kein Abschied für immer!

Prof. Mag. Timo Pichler, BA

 

 

Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Judenburg - 8750 Judenburg - Lindfeldgasse 10 - Tel +43 5 0248 047

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