Prof. Mag. Evelyn Daskaloff

Nach über 41 Jahren im Schuldienst trat Frau Prof. Mag. Evelyn Daskaloff mit Ablauf dieses Schuljahres in den wohlverdienten Ruhestand. Auch wenn Prof. Mag. Evelyn Daskaloff mehrmals im Kollegenkreis betonte, dass sie anlässlich ihrer Pensionierung keinesfalls „gelobhudelt“ werden wolle, sollen ihr hiermit trotzdem folgende Zeilen gewidmet werden. Denn mit ihrem qualitativen Unterricht und ihrer charismatischen Persönlichkeit hat Evelyn Daskaloff jahrzehntelang am Judenburger Gymnasium das Bildungsniveau unserer Schule wesentlich mitgeprägt. Gerade in einer Zeit der kurzfristigen Beliebigkeiten oder der geistlosen Influencer war es für sie unabdingbar, die Jugendlichen frei nach Jean-Jacques Rousseau darin zu unterstützen „Weisheit zu lernen", damit sie diese im weiteren Leben „ausüben“ können.

AIs gebürtige Grazerin besuchte Evelyn Daskaloff im Sacré Coeur die Volksschule und anschließend das neusprachliche Gymnasium, wo sie am 2. Juni 1973 die Reifeprüfung ablegte. Danach absolvierte sie von 1973-1978 ihr Hochschulstudium an der Karl-Franzens-Universität Graz, welches sie am 9. November 1978 mit der Lehramtsprüfung in den Fächern Deutsch und Französisch erfolgreich abschließen konnte. Seit dem 10. September 1979 versah Evelyn Daskaloff am BG/BRG Judenburg ihren Schuldienst und pendelte ab dieser Zeit regelmäßig zwischen Graz und Judenburg.

An weiteren berufsbiographischen Eckdaten können wegen der gebotenen Kürze nur ein paar markante hervorgehoben werden, etwa dass Prof. Mag. Evelyn Daskaloff als Klassenvorständin besonders strukturiert und in dieser Funktion bei ihren Schüler/innen sehr beliebt war. Ausgehend von einem klassischen Bildungsbegriff ging sie als Pädagogin in ihrem Unterricht äußerst akribisch und erfolgreich in der adressatengerechten Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Haltungen vor. Weniger zielführend waren jedoch ihre Mäuseverfolgungsjagden in Klassenzimmern, denn als sich beispielsweise einstens ein „süßes“ Mäuslein mächtig Raum und Zeit verschaffen konnte, musste sie trotz attraktiver Käse-Speck-Ausstattung ergebnislos w.o. geben.

Ungleich erfolgreicher war Daisy, wie Evelyn Daskaloff liebevoll tituliert wurde, ihren Schüler/innen neben einer standardsprachlichen Artikulation nach städtischer Façon ebenso die Welt der deutschsprachigen Literatur zu vermitteln, etwa mit Theaterfahrten nach Graz — und das ungeachtet der Tatsache, dass sie selbst ob manch zeitgenössischer Dramaturgie nicht unbedingt euphorisch gestimmt sein konnte. Legendär waren insbesondere auch Madame Daskaloffs Sprachaufenthalte in Frankreich. Als exzellente Paris Kennerin wollte sie natürlich ihren Schüler/innen jeden Winkel dieser Metropole präsentieren — und das nicht in bequemen Alltagsschuhen, sondern in Pumps! Bei diesen stundenlangen Stadtrundgängen, u.a. auf Pflastersteinen im Kopfsteinformat, wurde sowohl ihren Füßen als auch Schüler/innen viel abverlangt. Wartezeiten vor Museen oder in der Métro Paris kamen Madame Daskaloff, wie authentisch bezeugt werden kann, sehr oft vor Ort zupass, um noch schnell enpassant die eine oder andere Grammatik- oder Vokabelwiederholung in Französisch abzuhalten.

In einer reformbewegten Zeit, in welcher der Bildungs- und Wissenserwerb im laufenden Schulbetrieb häufig nur noch ohne Besinnung auf die nachhaltige Sinnhaftigkeit des zu Lernenden administriert wird, erledigte die meinungsstarke Pädagogin weiterhin professionell ihre Arbeit und nahm sich kein Blatt vor den Mund, wenn sie mit dem aktuellen Schulsystem behufs bildungspolitischer Unzulänglichkeiten harsch ins Gericht ging. Denn Lehrerin zu sein, war für Prof. Mag. Evelyn Daskaloff eine erfüllende Berufung, und nicht nur ein Beruf, daher ist für sie zweifellos Friedrich Schillers Aussage zutreffend: „Der Abschied von einer langen und wichtigen Arbeit ist immer mehr traurig als erfreulich.“ 

Andererseits kann sich nun Prof. Mag. Evelyn Daskaloff im bevorstehenden Ruhestand noch intensiver den unzähligen Highlights der „World Kitchen“ widmen, ihrer Reiselust mit der Lieblingsdestination Frankreich frönen oder einmal mehr eine Aufführung ihrer Lieblingsoper „Lucia di Lammermoor" von Gaetano Donizetti besuchen. Dafür wünschen wir dir, liebe Evelyn, weiterhin viel Energie und Gesundheit!

OStR Mag. Dr. Manfred Weissenbacher

 

 

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